Krampfst du noch, oder surfst du schon?

Roger Federer ist zurück. Die Tennis-Welt staunt. Was ist Federers Geheimnis? Der Sport-Kommentator Stephan Liniger führt Federers Triumph auf dessen "unbändige Freude am Tennis" zurück. Diese Freude sei wichtiger als der "unbedingte Wille zu gewinnen".

Etwas später sitze ich in einem Chor-Konzert eines Gymnasiums. Die jungen Sängerinnen und Sänger singen engagiert und lächeln freundlich. Beeindruckend ist auch der begleitende Pianist. Seine Freude zur Musik hört und sieht man ihm an. Die Musik scheint ebenfalls mehr von der Freude als vom Willen zum Erfolg zu leben.

Ich bin überzeugt: Freude ist grundsätzlich wichtiger als der Wille zum Erfolg. Denn jeder Wille ist irgendwann ausgepowert. Freude hingegen schenkt immer wieder neue Kraft. Freude begeistert und setzt enorme Kräfte frei.

 

Was für den Sport und die Kunst zutrifft, stimmt auch für die Religion. Ich spreche nicht von Freude über religiöse Konzepte, sondern von Freude an Gott und seinem Wort; denn:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von einem jeden Wort,
das aus dem Mund Gottes geht. (Mt 4,4)

 

Freude ist eine Charaktereigenschaft von Gott selbst (Gal 5,22). Wer mit Gottes Geist erfüllt wird, wird auch mit Freude erfüllt (Apg 13,52; Röm 5,5). Wahre Freude ist mehr als eine Emotion. Sie ist ein Geist – Gottes Geist. Dieser Geist der Freude triumphiert auch im Leid (Apg 5,41).

Freude ist auch ein Ziel – ein ewiges Ziel. Jesus litt "um der vor ihm liegenden Freude willen" (Hebr 12,2).

Freude ist aber auch unsere Kraft:

Und seid nicht bekümmert;
denn die Freude am HERRN
ist eure Stärke. (Neh 8,10)

 

Doch Achtung: Freude muss sich bewähren. Jesus wurde in der Wüste versucht, von der "Freuden-Schiene" auf die "Leistungs-Schiene" zu wechseln (Mt 4,3-7). Wir alle kennen diese verführerischen Gedanken. Denn auch zu uns spricht der Versucher: "Wenn du wirklich ein guter Christ bist, dann beweise dich!

 

Jesus widerstand der Versuchung, sich selbst zu beweisen. Stattdessen schöpfte er aus der Lebensquelle, um sie dann zu seinen Mitmenschen weiterfliessen zu lassen (Joh 7,37-39).

Ich will Jesus nachfolgen – auf der Freuden-Schiene. Ich will mich weiterhin darin üben, mich (geistlich) nicht zu beweisen, sondern be-geist-ert auf der Freuden-Welle zu surfen. Nicht dass ich dieses Ziel schon erreicht hätte. Ich will aber danach streben.

Wie ist das mit dir?
Krampfst du noch, oder surfst du schon?
 
Markus Brunner
Mit be-geist-erten Grüssen
Markus Brunner

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