Lebensbericht

Der Glaube der Heilsarmee – aus dem Leben erzählt

 

Markus Brunner war sich sicher: Ich bin definitiv kein Naturtalent in Sachen "Glauben"! Trotzdem ist er seit 24 Jahren Heilsarmeeoffizier. Warum, erklärt er anhand von einigen Illustrationen.

Ich wuchs als viertes und jüngstes Kind im Kanton Zürich auf. Meine Eltern liessen sich bald nach meiner Geburt scheiden. Ich hatte einen natürlichen Kinderglauben und schaute mir gerne die Bilder meiner Kinderbibel an. Ich war Ministrant in der röm.-katholischen Kirche.
(Gott wird in den folgenden Illustrationen mit einem gelben Stern symbolisiert.)

In der Pubertät verschwand mein Glaube wie Wachs im Feuer. Mein Vater lebte damals für sein Geschäft und in wechselnden Beziehungen. Mein Stiefvater war überzeugter Atheist. Meine Mutter blieb ihrem katholischen Glauben treu. Wohin sollte ich steuern? Ich dachte über den Ursprung und Sinn des Lebens nach.

Wozu sollte ich noch glauben? Den Ursprung des Universums wurde mir durch den Urknall erklärt ("Big Bang"), den Ursprung des Lebens durch die Evolutionstheorie. Für meinen Stiefvater war klar: Der moderne Mensch ist aufgeklärt und hat sich von Gott emanzipiert. Er verlässt sich nur noch auf wissenschaftlich beweisbare Fakten.

Doch ich hatte Fragen: Was war vor dem Urknall? Was war die erste Ursache? Ein Universum ohne Gott erschien mir unlogisch. Ausserdem war mein Herz (oder meine Seele) überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Ich konnte aber trotzdem nicht an einen Gott glauben, weil das meinen Verstand überforderte. Ich war in der Zwickmühle.

Zudem war ich überzeugt: Glaube muss gelebt werden und sich in konkreter Nächstenliebe zeigen. Ansonsten verkommt er zur frommen Heuchelei. Heute kenne ich den passenden Bibelvers dazu. Er steht im Matthäus-Evangelium, Kapitel 7, Vers 12. Viele nennen ihn auch die Goldene Regel: Tut – wie auch ihr behandelt werden wollt!

Und genau mit dieser praktischen Konsequenz hatte ich ein Problem. Ich konnte mir nämlich noch so Mühe geben, moralisch gut zu leben. Ich schaffte es einfach nicht. Es war, wie wenn mich etwas zurückhalten würde. Je mehr ich mir Mühe gab, desto klarer zeigte sich mein Versagen. Mir wurde bewusst: Ich bin definitiv kein Naturtalent in Sachen "Glauben"!

Was waren denn die Alternativen? Meine Ursprungsfamilie schien ein Beispiel dafür zu sein, dass alle Menschen auf der Suche nach Sinn und Erfüllung sind. Ich konnte in den mir bekannten Versuchen aber keinen Lebenssinn erkennen. War das Leben nicht erbärmlich? Waren wir nicht alle gefangen in unserem eigenen Egoismus?

Doch dann lernte ich einen älteren, vollamtlichen Jungscharleiter kennen. Der war mir ein grosses Vorbild. Er war überzeugter Christ. Ich traf mich mit ihm auch ausserhalb der Jungschar – bis ich merkte, dass er vor allem mit mir ins Bett wollte. Missbrauch. Ich brach den Kontakt ab, fühlte mich beschämt und war verzweifelt.

Jetzt wollte ich es genau wissen: Was ist christlicher Glaube wirklich? Ich nahm eine Bibel zur Hand und begann im Neuen Testament zu lesen. Ich startete mit dem Johannes-Evangelium. Dann las ich in der Apostelgeschichte vom Leben der ersten Christen und entdeckte: Wahres Christentum ist ein revolutionäres Lebenskonzept!

Jesus Christus ist für unsere Sünden gestorben, damit wir eine direkte Beziehung zum himmlischen Vater pflegen können. Wir bekommen dadurch Gottes Kraft, die in und durch unser Herz (als geistliches Organ) fliessen will. So können wir unsere Mitmenschen aus übernatürlicher Quelle heraus lieben und nach der Goldenen Regel leben.

Ich ging auf meine Knie und betete: "Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann bitte ich dich um Vergebung für meine Sünden. Ich vertraue dir mein Leben an." Sofort war mein schlechtes Gewissen weg. Bald realisierte ich aber auch: Der Egoismus bleibt ein störender Einfluss in meinem Leben. Doch Jesus ist stärker als meine "Ich-Sucht".

Für mich ist die Bibel wahr, weil ich ihre lebensverändernde Kraft in meinem Leben erlebe. Ich empfinde den Glauben als einen geistlichen Kampf (rechte Bildhälfte), nicht aber als Krampf (linke Bildhälfte). Gott sucht nicht unsere moralische Anstrengung. Er sucht unser Herz, um uns zu verändern und in eine gute Zukunft zu führen.

Ich bleibe ein Mensch, der immer wieder mal versagt. Gerade deshalb ist mir das Gebet im Psalm 139, Verse 23-24 wichtig.

Die Heilsarmee lässt Ihnen Ihre eigene Überzeugung. Wir wollen Sie aber ermutigen: Gott hat gute Gedanken für Ihr Leben!

Briefkasten

 

Kontaktformular

 

Haben Sie Fragen an Markus Brunner? Sie erreichen ihn telefonisch (041 240 77 22) oder mit diesem Formular.

Bitte den Code eingeben:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.