Vergessen ist keine Entschuldigung

Vergessen ist keine Entschuldigung! Ja, wo kämen wir denn hin? Eine Pflegefachfrau darf doch nicht die richtige Infusion vergessen und ein Soldat nicht die richtige Handhabung seiner Waffe! Genau deswegen wird ein Schweizer Militärmusikant gebüsst. Er hat den Einsatz seiner Waffe – in diesem Fall seines Schlagzeugs – vergessen. Mit einer Busse von Fr. 150.- kommt er noch glimpflich davon, so die Überzeugung des Militärs. (Zentralschweiz am Sonntag, 6.08.2017)

Vergessen ist keine Entschuldigung, offensichtlich nicht einmal in der Militärmusik. Der fehlbare Musikant weiss jetzt wenigstens um die Wichtigkeit seines Einsatzes! Aber im Ernst: Vergessen kann verheerende Wirkungen zeigen. Das gilt auch für Beziehungen!

Vergessen in Beziehungen hat einen Namen: Undankbarkeit. Undankbarkeit – also das Vergessen von Wohltaten des Partners – ist der erste Schritt hin zur Beziehungskrise. Von wo ich das weiss? Das hab ich mir von der Bibel abgeguckt. :-)

In unserer Beziehung mit Gott gilt genau das gleiche Prinzip: Die Beziehungskrise mit Gott beginnt mit Undankbarkeit, dem Vergessen seiner Wohltaten. (Römer 1,21; vgl. auch Psalm 106,13+21)

Natürlich stimmt auch das Gegenteil: Dankbarkeit – also das Nicht-Vergessen von Gottes Wohltaten – fördert unsere Beziehung zu ihm. Deshalb sollen wir "überströmend sein mit Danksagung" (Kol 2,7).

Eigentlich soll unser ganzes Leben ein Dank sein für das, was Jesus für uns am Kreuz vollbracht hat. Die Bibel nennt diese Lebenshaltung einen "vernünftigen Gottesdienst" (Röm 12,1).

Wir können die "Mechanismen" von Dankbarkeit/Undankbarkeit in jeder gesunden Beziehung selber wahrnehmen und erleben:

Undankbarkeit pocht auf ein vermeintliches Recht, verschränkt trotzig die Arme und geht in Erwartungshaltung. Dabei gehen die Wohltaten des Partners weitgehend vergessen oder werden relativiert. Wir sehen dann nur noch auf das, was fehlt.

Dankbarkeit hingegen schaut auf das Erhaltene. Wir spüren eine innere Verpflichtung gegenüber unserem Gegenüber und wollen uns erkenntlich zeigen.

Ein solches Geben-und-Nehmen wünscht sich Gott in seiner Beziehung mit uns:
Opfere Gott Dank, und erfülle dem Höchsten deine Gelübde; und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich erretten, und du wirst mich verherrlichen! (Psalm 50,14-15)

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Nehmen-und-Geben mit Gott.

Mit unvergesslichen Grüssen
Markus Brunner

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